Kyrylo Budanow, Leiter des Präsidialamtes, Generalleutnant
Wir können es uns nicht leisten, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, solange der Krieg andauert
Erwartung eines großen Austauschs zu Ostern, die weiteren Angriffe auf die russische Infrastruktur und die Überwindung der politischen Krise im Parlament – darüber und andere Themen erzählte Generalleutnant Kyrylo Budanow, Leiter des Präsidialamtes der Ukraine, in einem mit Korrespondenten von Ukrinform und Nowyny.LIVE gemeinsamen Interview.
VERTRETER DER USA WERDEN IN EINER ODER ZWEI WOCHEN IN DIE UKRAINE REISEN
Halyna Ostapowez (H.O.): Die wichtigsten Fragen an Sie betreffen natürlich den Verhandlungsprozess: Sie haben zuvor gesagt, dass er andauert und nicht zum Stillstand gekommen ist. In welcher Phase befindet sich dieser Prozess derzeit?
Sie haben diese Frage im Grunde genommen selbst beantwortet: Der Prozess läuft weiter, er ist nicht auf Eis gelegt. Er wird fortgesetzt werden. Wir hoffen und erwarten die Ankunft der amerikanischen Delegation. Das hat der ukrainische Präsident heute im offiziellen Teil der Veranstaltung allen mitgeteilt. Wir hoffen also auf das Beste.
Tetjana Kohutytsch (T.K.): Präsident hat auf dem Kongress der lokalen und regionalen Räte gesagt, dass die Mitglieder der amerikanischen Delegation, die am Verhandlungsprozess teilnehmen, voraussichtlich nach Ostern in die Ukraine kommen würden. Das ist eine typisch ukrainische Art - die Definition von aufgeschobener Zeit. Können Sie genauer sagen, um welchen Zeitraum es sich handelt?
Ja, plus oder minus eine Woche nach Ostern. Es dauert nicht lange.
H.O.: Es ist klar, dass es Kontakte zu den Amerikanern gibt, aber gibt es derzeit auch Kontakte zu den Russen?
Es gibt.
H.O.: Worum geht es dabei?
Zu den Themen, mit denen wir uns beschäftigen. Gleichzeitig hoffen wir alle auf einen Gefangenenaustausch in naher Zukunft. Deshalb geht es auch darum. Ein Austausch kommt nicht von selbst zustande. Man muss das tun.
WIR HOFFEN AUF EINEN AUSTAUSCH ZU OSTERN
T.K.: Ostern ist auch die Zeit, in der die Ukrainer auf gute Nachrichten bezüglich des Austauschs der in Russland festgehaltenen ukrainischen Kriegsgefangenen hoffen. Wir wissen, dass solche Austauschaktionen nie angekündigt werden, aber sollten wir auf gute Neue für dieses Fest warten?
Wir hoffen es. Ob einen Tag früher oder einen Tag später, aber man kann darauf hoffen. Wir alle hoffen darauf.
T.K.: Kyryle Oleksandrowytschu, Sie sind Mitglied der Verhandlungsgruppe – sagen Sie bitte, gibt es Ihrer Meinung nach eine Chance, dass die Gespräche im dreiseitigen Format wieder aufgenommen werden?
Ja.
T.K.: Wie groß ist diese Chance?
Sie verstehen sicher, dass wir ohne ein persönliches Treffen (der Staatschefs – Anm. d. Red.) weder eine positive noch eine negative Entscheidung treffen können – und das verstehen auch die Russen. Glauben Sie mir, all das wird sowieso passieren.
T.K.: Meinen Sie das Treffen zwischen Wolodymyr Selenskyj und Putin?
Die Staatschefs müssen dem Ganzen ein Ende setzen. Wir wollen es hoffen.
DIE RUSSEN KÖNNEN ES SICH NICHT LEISTEN, SICH ÜBER UNSERE DEEP-STRIKES ZU BESCHWEREN
H.O.: Unsere Luftangriffe finden täglich statt, wir führen täglich Angriffe auf die russische Infrastruktur durch. Wie wirken sich diese überhaupt auf die Dynamik des Verhandlungsprozesses aus? Beschweren sich die Russen, dass unsere Angriffe zu zahlreich sind und sie deshalb angeblich keinen Friedensvertrag unterzeichnen können?
Nein, sie beschweren sich nicht. Das würden sie einfach nicht tun, denn das würde bedeuten, ihre Schwäche einzugestehen. Aber es hat Auswirkungen, und in ihren Berichten weisen sie ständig darauf hin. Das ist ein Problem. Genauso wie ihre Angriffe auf uns. Das ist auch ein Problem.
T.K.: Eine Frage zu den weiteren Verhandlungen: Es geht um die Tranche in Höhe von 90 Milliarden Euro, die wir alle sehr erwarten,, die derzeit blockiert ist und ebenfalls Verhandlungen erfordert. Sagen Sie bitte, in welcher Phase befindet sich dieser Verhandlungsprozess derzeit?
Sie verstehen sicher, dass es sich hierbei um Verhandlungen mit vielen Beteiligten handelt, nicht nur mit Ungarn. Das ist alles, was ich Ihnen dazu sagen kann, und dieser Prozess dauert an. Es ist eine sehr schwierige Frage, äußerst komplex, aber ich denke, wir werden eine Lösung dafür finden. Vielleicht keine einfache, aber wir werden eine finden.
T.K.: Können Sie uns bitten einen kleinen Einblick geben, in welche Richtung diese schwierige Entscheidung getroffen werden könnte?
Nein, solange die Verhandlungen laufen. Das würde die Voraussetzungen für einen Abbruch schaffen.
T.K.: Verstehe. Noch einmal zu diesem Verhandlungsprozess und eigentlich zu unseren Nachbarn, die die Freigabe der Mittel blockieren. Gibt es eine Möglichkeit, ihnen entgegenzuwirken? Und wer hat derzeit mehr Einfluss darauf, unsere europäischen Partner oder wir selbst?
Nun, wissen Sie, ich sage Ihnen meine subjektive Meinung: Unsere Probleme sind in erster Linie unsere Probleme. Und wenn wir nicht daran arbeiten, habe ich nicht das Gefühl, dass jemand die Arbeit für uns erledigen wird.
DER KRIEG IM NAHEN OSTEN WAR FÜR RUSSLAND VON VORTEIL
H.O.: Wie hat der Krieg im Nahen Osten die Fähigkeit Russlands beeinflusst, weiter gegen uns zu kämpfen?
Das hat sich für sie in gewisser Weise als Vorteil erwiesen. Das verstehen Sie sicher auch, vor allem wegen des starken Preisanstiegs der Erdölprodukte. Bestimmte, sagen wir mal, juristische Einheiten, nennen wir es so, sind aus dem Geltungsbereich der Sanktionen herausgefallen, was ihnen, sagen wir mal, ebenfalls Optimismus verliehen hat. Und im Grunde genommen ist der starke Preisanstieg (bei Öl – Anm. d. Red.) ein riesiger Vorteil für sie. Unsere Angriffe auf ihre Raffinerien können leider nicht mit dem eingetretenen Preisanstieg mithalten. Aber sie wirken sich definitiv auf die Öl- und Gasindustrie der Russischen Föderation aus.
H.O.: Wir werden sie, wie Sie sagten, nicht einstellen…
Wir können es uns nicht leisten, sie einzustellen, solange der Krieg andauert.
ICH BIN KEIN BEFÜRWORTER DER VORSTELLUNG, DASS DROHNEN DEN KRIEG FÜR UNS GEWINNEN
H.O.: Russland erleidet jeden Monat große Verluste an Personal, wir nähern uns den 30.000 bis 35.000, unser strategisches Ziel sind 50.000. Wie weit sind wir derzeit davon entfernt?
Sie haben die Zahl doch selbst genannt.
H.O.: Was brauchen wir für dieses Ziel? Mehr Drohnen?
Ich bin, wie Sie wissen, wohl kein Fan der Vorstellung, dass Drohnen diesen Krieg für uns führen werden. Entschuldigen Sie, aber ohne Menschen lassen sich Kriege nicht gewinnen. Ohne Menschen verliert man Kriege. Das ist nun mal so. Aber ohne Menschen zu gewinnen, das gibt es nicht.
T.K.: Was Menschen und Krieg angeht: Erst gestern haben in Transkarpatien alle die Nachrichten über die Prügelattacke auf einen Soldaten gelesen. Ein oder zwei Tage zuvor haben wir das in anderen Regionen gesehen. Und eine Woche zuvor, zwei Wochen zuvor… Das ist eine ziemlich schlechte Tendenz für ein Land, das, wie Sie sagten, Einigkeit braucht, um im Krieg zu bestehen. Wie bewerten Sie das?
Deshalb habe ich heute bei diesem Treffen (vor unserem Interview traf sich General Budanow mit Geistlichen aus Transkarpatien – Anm. d. Red.) über Einheit gesprochen. Dazu Folgendes: Erstens gibt es keine Grenzen für menschliche Dummheit, und es wird sie auch nie geben, zweitens gibt es reale Probleme, sozusagen mentale Probleme in unserer Gesellschaft. Denn einerseits sagen alle, man müsse bis zum Sieg kämpfen, und andererseits laufen alle vor der Mobilmachung davon. Und das alles geschieht gleichzeitig. Das ist ein großes, riesiges Problem! Es sollte jedoch daran erinnert werden, dass, wenn eine Person sich der Mobilisierung entzieht (ja, man kann sagen, dass er dort irgendwelche Gedanken hat - er wird sich so rechtfertigen), aber es gibt absolut ein menschliches Problem, an das man sich erinnern sollte. Das sind unsere Jungs, die an vorderster Front stehen, und sie müssen auch durch jemanden ersetzt werden. Und das verstehen sie dort definitiv nicht. Und das wird ein weiteres großes Problem sein, denn die Zeit wird kommen, der Krieg wird enden, und sie werden alle zurückkehren und werden Fragen an ihre Nachbarn stellen, die nirgendwohin gegangen sind. Also, damit das nicht passiert, muss jeder seine bürgerliche Position äußern und keine Angst haben, seine Pflicht zu erfüllen. Nicht alle, lassen Sie uns offen sagen, wer mobilisiert ist, stürmen. Es gibt diejenigen, die in die Luftverteidigung gehen, oder es gibt andere Spezialitäten, in Lagerhallen...
T.K.: Im Großen und Ganzen gibt es noch Spielraum.
Ja, hier gibt es, wie man so sagt, Spielraum. Aber einfach nur ein Ausreiser zu sein (der sich zur Flucht entscheidet, um dem Militärdienst zu entkommen – Anm. d. Red.), und dann in Schande zu leben und zu überlegen, was du deinem Nachbarn sagen sollst, der aus dem Krieg zurückkehrt und fragt, wo du warst? Was du offiziell sagen wirst – na ja, das ist so eine Sache, davor haben die Leute bei uns kaum Angst. Aber was sagst du deinen Kindern, deinem Nachbarn, der zurückkommt und einfach sagt: „Na, du… Wer bist du nach all dem?“
ICH HABE EINIGKEIT DER UKRAINER DREIMAL ERLEBT
Т.К.: - Zu Beginn des großangelegten Krieges war der gesellschaftliche Zusammenhalt extrem stark. Wo findet man den wieder im fünften Kriegsjahr?
In uns selbst. Wie ich gesagt habe, werden wir im Verhandlungsprozess etwas erreichen. Das wird entweder eine sehr gute oder eine sehr schlechte Variante für uns. Aber ohne Zusammenhalt werden wir kaum selbst eine sehr gute Variante umsetzten können.
Die Einigkeit habe ich in meinem Leben bereits dreimal erlebt. Das erste Mal– 1991, als die Sowjetunion zerfiel – die Ukraine war hingegen geeint. Das war eine große Herausforderung, aber diese Einigkeit ermöglichte es uns damals, eine Entscheidung zu treffen.
Wir stehen derzeit wieder vor einem sogenannten Trigger- Ereignis, wo der gesellschaftliche Zusammenhalt gefragt ist.
Т.К.: - und das zweite Mal? Der Maidan?
Das zweite mal – im Jahr 2014. Die Ereignisse auf dem Maidan und danach: Kriegsbeginn, Annexion der Krim, Ereignisse im Donbass. Damals standen Schlangen vor den Einberufungsämtern, erinnern Sie sich daran? Und das dritte Mal - Anfang 2022 - dieselbe Geschichte. Es gab keine Probleme mit der Mobilisierung zu Beginn des Krieges, weil die Zahl der Freiwilligen viel höher war, als in die Armee aufnehmen konnte.
Т.К.: - Aber es sind bereits fast fünf Jahre vergangen, und dieser ursprüngliche Enthusiasmus nimmt nur ab.
Wir nähern uns wieder dem sogenannten Trigger- Ereignis, welches von uns die Einigkeit verlangen wird. Wenn diese ausbleibt, kann es zu einer Katastrophe kommen. Es gab schon mehrere Fälle, wo es bei einem Trigger- Ereignis keine Einigkeit in der Gesellschaft gab, was zu großen Problemen führte. Ich will jetzt keine konkreten Beispiele nennen, sonst wird es viel zu traurig und unangenehm sein, aber wenn Sie unsere jüngste Geschichte analysieren, können Sie leicht Antworten auf alle Fragen finden.
EIN HELD IST BEI UNS JEMAND, DER AN DER FRONT KÄMPFT, UND GLEICHZEITIG JEMAND, DER SICH VOR DEM EINBERUFUNGSAMT VERSTECKT
H.О.: Wenn Sie von schwerigen Entscheidungen reden, meinen Sie Vereinbarungen im Rahmen der Friedensverhandlungen? Können die mögliche territoriale Abtretungen oder andere Fragen betreffen?
Sie konnen alle möglichen Fragen betreffen, ich will das jetzt nicht kommentieren. Aber stellen Sie sich einfach vor: selbst wenn eine gute Vereinbarung erreicht wird, findet sich eine große Zahl von Menschen, die sagen wird: „Jetzt ist alles im Eimer!“. Was sollen wir damit machen? Das schafft noch mehr Druck auf die politische Führung und was erreichen wir im Endeffekt? Eine totale Inakzeptanz- weder eine gute noch eine schlechte Entscheidung wird Akzeptanz in der Gesellschaft finden. Wo landen wir dann?
Das würde zu einem unangenehmen Ende führen. Denn eine Chance ist nie unbefristet.
Schauen Sie, wir haben ein Riesenenproblem in der Gesellschaft- als Held gilt bei uns jemand, der an der Front kämpft und das Blut vergisst. Alle knien vor dem Sarg eines gefallenen Soldaten nieder, wenn er beerdigt wird. Aber gleichzeitig gilt als Held auch jemand, der vor dem Einberufungsamt flieht. Oder jemand, der Videos veröffentlicht, wie er erfolgreich Einberufungsbeamten losgeworden hat oder aus dem Land geflohen ist. Das ist ein Riesenproblem, welches die mangelnde Einigkeit in der Gesellschaft offenbart.
Т.К.: - Was kann man dagegen machen?
Wir werden später entscheiden, was wir machen sollen. Aber in schwierigen Zeiten müssen wir zusammenhalten
Ich beschäftige mich mit dem Thema und es gibt viele Menschen, die sich damit weiter beschäftigen werden. Aber heutzutage können wir uns nicht leisten, dass ein Teil der Gesellschaft sich hinter die einen, und ein anderer Teil hinter die anderen stellt. Es gibt einen Präsidenten- diese Machtvertikale soll aufrechterhalten und unterstützt werden.
Т.К.: - Wenn wir schon beim Thema Vertikale sind: Sie sind schon seit drei Monaten im Amt. Wie bewerten Sie diese Zeit? Gelingt es Ihnen, diese Vertikale zu stärken?
Ich erlaube mir etwas Humor in der Antwort auf Ihre Frage. Vor kurzem habe ich Ergebnisse einer soziogischen Umfrage [bezüglich des Vertrauens in zentrale Institutionen] gesehen. Das Präsidialamt lag früher immer auf dem vorletzten Platz. Nur die Werchowna Rada hatte die niedrigeren Vertrauenswerte. Bei der jüngsten Umfrage konnte das Präsidialamt leicht zulegen. Wir sind um zwei Position geklettert. Das heißt, etwa Gutes haben wir doch getan, und die Werchowna Rada liegt nach wie vor am letzten Platz.
Vielleicht beeinflusst das [Vertrauenswerte von Budanow selbst] ein wenig. Aber das Problem unserer Gesellschaft ist es - man wird von den einen gemocht, und von den anderen gehasst. Ich nehme das absolut gelassen. Das ist normal. Die Institution funktioniert normal- es gibt keine Skandale, keine Probleme, Beratungen werden durchgeführt, Entscheidungen getroffen…
H.О.: - …und die Parlamentskrise ist fast geregelt worden.
Ich hab noch vor zwei Wochen gesagt: es gibt keine Krise, es gibt ein Problem. Ich habe doch gesagt „Wir werden es in Griff bekommen“. Habe ich Ihnen etwa gelogen? Nein. Die notwendigen Entscheidungen wurden getroffen. Ja, das kann man unterschiedlich betrachten- unsere internationalen Partner hätten sich etwa mehr gewünscht, aber es gibt auch die nationalen Interessen und wir tun das, was denen entspricht. Die getroffenen Entscheidungen werden es uns erlauben, die erforderlichen Kosten für das Funktionieren des Staates zu erhalten, damit keine Budgetprogramme gekürzt werden.
H.О.: - Wir ist es Ihnen gelingen?
Entschuldigung, aber auf diese Frage gebe ich Ihnen keine Antwort- etwas soll hinter den Kulissen bleiben. Ich habe in meinen Leben mit so vielen Menschen zu tun gehabt, und glauben Sie mir, unsere Abgeordneten sind einfach Engel im Vergleich mit den Menschen, mit denen ich zuvor zu verhandeln hatte.
DIALOG MIT DER WERCHOWNA RADA WIRD SYSTEMISCH FIORTGESETZT
Т.К.: - Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit zwischen dem Präsidialamt und dem Parlament ein? Sie haben gesagt, das Problem sei gelöst, aber vielleicht könnten Sie etwas genauer erklären, wie dieser Dialog derzeit aussieht?
Ich hoffe, dieser Dialog wird auf systemischer Grundlage fortgesetzt, wir haben bei unserem letzten Treffen ein weiteres vereinbart, welches bald stattfinden soll.
Т.К.: - Werden diese Treffen regelmäßig stattfinden?
Ich hoffe, ja. Hier ist ein systemischer Ansatz gefragt. Ich vertraue in systemische Ansätze. Man kann schnell eine Lösung finden, aber wir kann man verstehen, wo das eigentliche Proble m liegt? Da helfen keine einmaligen Eingriffe. Wir brauchen einen Zusammenhalt – damit kommen wir wieder auf das Thema zurück.
Т.К.: - Zusammenhalt auch in der Werchowna Rada?
Der Zusammenhalt beginnt mit jedem Bürger und endet mit der Werchowna Rada, dem Präsidialamt, dem Präsidenten der Ukraine, den Ministerien, dem Kabinett usw. All das soll sich in einer Harmonie befinden. Wenn sich nichts an der Situation ändert, woals Held ein Kämpfer, ein Verteidiger und gleichzeitig ein Dienstverweigerer gilt, kommen wir nicht weit.
Т.К.: - Dann geben Sie einen Rat aus Ihrer Erfahrung, wie kann in einer Gesellschaft, die an eine Art Schizophrenie leidet, wo als Held ein Kämpfer und gleichzeitig jemand, der über den Fluss Tyssa über die Grenze flieht, gilt, ein Zusammenhalt erreicht werden?
Da kann ich leichteinen Rat geben: werdet, bitte, mal erwachsen. Schaut mal die Welt an!- Was passiert, wenn alle Dienstverweigerer werden? Ob die Ukraine dann auf der politischen Weltkarte bleibt? - Nein, wird sie nicht.
Machen Sie sich nichts vor! Es wird keine Ukraine geben und es wird niemanden geben, der hier leben wird. Viele denken, dass alles sich irgendwie einrenken wird, dass vielleicht andere Leute an die Macht kommen und dann alles irgendwie geregelt wird. Nein, es wird nicht geregelt werden. Absolut nicht. Die werden uns alles wegnehmen.
Tetjana Kosutytsch. Ukrinform
Halyna Ostapowets, Nowyny.LIVE
Foto: Militärverwaltung von Transkarpatien