Russland nutzt Düngemittel zur Herstellung von Sprengstoff
Russland nutzte seine Düngemittelproduzenten für die Beschaffung von wichtigen Komponenten zur Herstellung von Munition und Artilleriegeschossen, um westliche Sanktionen umzugehen.
Das geht aus einem Bericht des Unabhängigen Antikorruptionsausschusses hervor, der in der Nachrichtenagentur Ukrinform präsentiert wurde.
Demzufolge kauft Russland über angeblich zivile Firmen wie Uralchim, Eurochm, Akron und FosAgro Salpetersäure, die ein wichtiger Bestandteil vieler Sprengstoffe ist. Diese Chemikalien werden dann an die Unternehmen geliefert, die an der Herstellung von Munition und Artilleriegeschossen beteiligt sind.
Laut dem Bericht weise das Sanktionsregime eine große Lücke auf, wo der Agrarsektor faktisch die Rüstungsindustrie unterstütze, denn Düngemittelhersteller überwiegend nicht mit Sanktionen belegt wurden mit der Begründung, die könnten Ernährungssicherheit gefährden. Dieser Ansatz ermögliche aber Russland eine Serienproduktion von Munition in Umgehung der Sanktionen.
Düngemittel seien außerdem eine sehr empfindliche politische Frage, und derer Produktion spiele eine wichtige Rolle beim geopolitischen Einfluss, was der Fall Russland demonstriere, wird im Bericht betont.