Geheimdienst: Kreml investiert in afrikanische Regime und versucht, diese zu „entwestlichen“

Mali, Burkina- Faso und Niger treiben eine Institutionalisierung der Konföderation der Sahelstaaten  (AES) voran und bauen ihre eigene Sicherheits- und Finanzarchitektur, sowie Informationspolitik aus in Bestrebung, sich von westlichen Formaten abzuschotten, heißt es in einem Bericht des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes.    

Bei einem zweiten AES-Gipfel, der am 22.-23. Dezember in Bamako stattfand, kündigten die Staatschef der drei Staaten die Schaffung eigener Streitkräfte, die Gründung einer gemeinsamen Investitionsbank sowie den Start eines Fernsehsenders der  Konföderation an.

Für den Kreml öffne diese Konstellation zusätzliche Einflussmöglichkeiten in den Bereichen Sicherheit, Finanzen und Informationspolitik, ohne dass er formal Verpflichtungen übernehmen müsse, hieß es.

Russland könne seine Präsenz in dieser Konstellation ausbauen, laufe aber Gefahr, von seinen afrikanischen Partner verraten zu werden, wie es bei andren Akteuren von außen der Fall gewesen sei.

Alles weise darauf hin, dass die Sahelstaaten nach maximaler Autonomie streben und ihre Partner nur gelegentlich nutzen. Für die dortigen Regime seien vor allem politische Inkonsequenz, schneller Prioritätenwechsel und Bereitschaft, Vereinbarungen aufzukündigen, sobald diese keine Vorteile versprechen, charakteristisch.     

Im September 2023 gründeten die drei Länder die „Allianz der Sahelstaaten“ (AES), um Dschihadistenmilizen in ihren Gebieten zu bekämpfen. Seit den Putschen zwischen 2020 und 2023 haben sich alle drei Länder an Rusland angenähert. 

Foto: АА