Staatsanwaltschaft: mehr als 1,5 Tausend Menschen in der Region Cherson in Gefängnissen während der russischen Besetzung gefoltert

Mehr als 1,5 Tausend Menschen in der Region Cherson wurden in Hafteinrichtungen während der russischen Besetzung gefoltert, schreibt der Staatsanwalt in der Abteilung für Kriegsverbrechen der regionalen Staatsanwaltschaft von Cherson, Olexij Butenko in einem Beitrag für die Nachrichtenagentur Ukrinform.   

Die Menschen wurden in verschiedenen Einrichtungen in Cherson und Umgebung unrechtmäßig festgehalten und gefoltert, um an Informationen zu gelangen oder sie zu einer Kooperation zu zwingen. In manchen Fällen mussten die Angehörigen der Folteropfer „Lösegeld“ an die Besatzer zahlen. 

„Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurden in Haftanstalten fast zwei tausend Menschen unrechtmäßig festgehalten, mehr als 1500 davon wurden gefoltert“, hieß es.   

Die russischen Besatzer haben demzufolge 13 Folterzentren in der Regien Cherson eingerichtet, 11 davon auf dem derzeit unter ukrainischer Kontrolle stehendem Territorium, zwei weitere - auf dem noch besetzten.  Sieben davon befanden sich im Rayon Cherson, vier im Rayon Berislaw und je eins in den Rayons Henitschesk und Kachowka.  

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurde die südukrainische Stadt Cherson Anfang März 2022 von den russischen Streitkräften  eingenommen. Im November 2022 wurde Cherson vom ukrainischen Militär zurückerobert.

Foto: regionale Staatsanwaltschaft von Cherson