Krim. Menschen mit Charakter

Krim. Menschen mit Charakter

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Ukrinform
Die Visitenkarte der Krim sind nicht nur die Naturschönheit und die Sehenswürdigkeiten der Halbinsel.

Das sind vor allem Menschen mit dem Charakter, Persönlichkeiten, die die Probleme der Gesellschaft sehen, ihre Lösungen finden und denjenigen helfen können, die die Unterstützung brauchen.

Dass die Besetzung der Krim der Krim-Gemeinschaft eine Menge an Problemen gebracht und die Menschen gezwungen hat, die Halbinsel zu verlassen, wissen sie nicht vom Hörensagen, denn sie selbst waren unter denen, die ihre Liebe zu der Heimat opfern mussten.

Unsere heutige Geschichte ist über die Arbeit in der Ukraine von öffentlichen Organisationen „Krim SOS“ (krymsos.com), „Krim-Diaspora“ (crimea-diaspora.org) und „Krimtatarisches Ressourcenzentrum“ (ctrcenter.org), die die Probleme der Binnenvertriebenen aus der Krim und dem Donbass lösen und auf unterschiedliche Wege zum gemeinsamen Ziel – Befreiung der Krim - gehen.

„KRIM SOS“

Die öffentliche Organisation „Krim SOS“ hat ihre Arbeit in der Ukraine davor begonnen, als die proukrainischen Krimtataren begonnen haben, die Halbinsel zu verlassen. Die Chronik der Annexion der Krim, die die Krimer Aktivisten seit dem 26. Februar 2014, dem Tag der großen Protestaktion gegen Russland auf der Krim führten, wurde zu einer Plattform für die zukünftige Organisation.

Die Leiterin von „Krim SOS“, Tamila Taschewa, sagt, dass man auf der Grundlage jener Chroniken ein Buch schreiben könnte, wie die Annexion der Krim erfolgte. Den ersten Umsiedler haben die Aktivisten, als die Organisation noch nicht gegründet war, im Februar 2014 getroffen. An jenen Tagen gab es kein Büro, keine Regeln, keine Gesetze. Es waren nur Verwirrung und Angst da. Unter diesen Umständen hat „Krim SOS“ denjenigen geholfen, die aus der Krim auf das ukrainische Festland kommen wollten, oder umgekehrt, aus Kiew auf die besetzte Krim.

Später, als „Krim SOS“ mit den internationalen Organisationen zu arbeiten begann, organisierte sie die soziale, juristische, bildende und psychologische Hilfe für Vertriebene.

Die zweite Priorität dieser öffentlichen Organisation ist die strategische Arbeit an dem Zurückgewinnen der Krim.

„Krim SOS“ hält die ständige Verbindung mit Menschenrechtlern und Anwälten, die an den Prozessen gegen die ukrainischen und krimtatarischen Aktivisten, Opfer religiöser Verfolgung teilnehmen. Sie haben die Sammlung von Briefen und Appellen zur Unterstützung der politischen Gefangenen und ihrer Familienangehörigen organisiert, damit die Menschen nicht in Isolierung geraten. Seit Juli 2016 führen sie jeden Monat vor den Wänden der Botschaft der Russischen Föderation in Kiew eine Aktion „Wo ist Erwin?“ durch, im Rahmen deren sie über die auf der Krim verschollenen Menschen erzählen. Trotz der Tatsache, dass die Fenster der Botschaft und die Tore zum Gebäude immer fest verschlossen sind, versuchen die Aktivisten von „Krim SOS“ hartnäckig Russland zu erreichen, und haben schon mehrmals zu wissen gegeben, dass sie nicht weichen werden, bis sie eine Antwort erhalten - wo ihre 16 verschollenen Kameraden sind. Insgesamt wurden auf der besetzten Krim 43 Fälle der gewalttätigen Entführung von Menschen festgestellt, an denen die „Behörden“ beteiligt sind. Einige von Vermissten wurden tot aufgefunden, andere lebend, aber das Schicksal von 16 Personen ist unbekannt... Das letzte Mal haben die Aktivisten ihre Fragen an die Mitarbeiter der russischen Botschaft auf der Taubstummensprache gestellt. Es kam keine Antwort bei keiner der durchgeführten Aktionen, aber das bedeutet nicht, dass „Krim SOS“ nach neuen Wegen nicht suchen wird, um die Vertreter des Besatzerlandes zu erreichen. Die Organisation nimmt an internationalen Foren teil und glaubt, dass auf die Befreiung der Krim die Gesamtheit der Gründe Einfluss nehmen muss, von denen die Wichtigsten der internationale Druck und Sanktionen gegen Russland sind.

Mit dem gleichen Ziel der Informierung der internationalen Gemeinschaft wurde 2015 mit Bemühung von „Krim SOS“ eine interaktive Karte der Verletzungen der Menschenrechte auf der besetzten Krim erstellt. Auf ihr sind mehr als 400 Verletzungen der Menschenrechte und Freiheiten auf der Krim angegeben - Verschleppungen, rechtswidrige Verhaftungen, Gerichte, Gewalttaten und andere Verfolgungen.

Tamila Taschewa selbst ist der Meinung, dass das Hauptziel ihrer Organisation die Befreiung der Krim von der russischen Besatzung durch die Eroberung von Köpfen der Krimer und die Zurückgewinnung des Territoriums ist.

„Klar müssen wir die Menschen verteidigen, für ihre Köpfe kämpfen, aber das bedeutet nicht, dass wir das Territorium nicht zurück gewinnen müssen. Das eine schließt das andere nicht aus“, teilte sie ihre Ansicht.

Deshalb hat „Krim SOS“ zwei Schwerpunkte der Arbeit: rechtliche und legislative Arbeit und soziale Arbeit, wo zusammen mit humanitärer und Rechtshilfe viele kulturelle Projekte umgesetzt werden.

„Krim-Diaspora“

„Krim-Diaspora“ wurde offiziell in Kiew im Sommer 2014 registriert, aber die Menschen, die sie gegründet haben, begannen die Krim zu verlassen und sich auf dem ukrainischen Festland vor und unmittelbar nach dem 16. März, dem Tag des „Referendums über den Status der Krim“, zu vereinen.

Der Leiter der Organisation Anatolij Sasoba kam mit seiner Familie aus Sewastopol.

Auf die Frage, warum die Gemeinschaft, die die Halbinsel zur Ukraine zählt, den Namen „Diaspora“ bekommen hat, Anatoli antwortet gründlich, man sieht, dass diese Frage ihm nicht das erste Mal gestellt wird.

„Erstens, „Krim-Diaspora“ wurde auf dem Prinzip einer Landsmannschaft geschaffen, aber da die schon damals in Kiew existierenden Landsmannschaften, die von den Oligarchen und Regionalen (Mitglieder der Partei der Regionen) erstellt wurden, sich selbst diskreditiert und den Sinn dieses Wortes verkehrt haben, haben wir uns, um uns von ihnen zu unterscheiden, „Diaspora“ genannt. Dieses Wort ist verständlich für die Menschen, die in erster Zeit in die Isolierung geraten sind und sich gegenseitig unterstützen wollten...“, erzählte Sasoba.

Heute hat sich die Organisation von 2.000 im Jahr 2014 auf 15.000 Menschen vergrößert. Von ihnen sind 1.000 finanziell aktive Mitglieder der Gemeinschaft, mithilfe deren Beiträge von 600 Hrywnja (UAH) pro Jahr die „Krim-Diaspora“ existiert. Etwa 80 % der Mitglieder der Organisation sind Umsiedler aus dem Donbass.

Ihm zufolge war das Ziel der Organisation von vorneherein die Lösung der Probleme von Menschen, ihnen die Sozialhilfe zu leisten.

„Das Wichtigste sind Menschen und Kampf um die Krim, das ist nicht der Kampf um das Territorium, sondern um die Menschen. Und wenn die Ukraine den Kampf, in erster Linie, um Menschen nicht gewinnen wird, wird sie den Kampf um die Krim verlieren. Deshalb kämpfen wir für die Herzen der Krimer, und wir unterstützen die Landsleute, indem wir ihre Rechte und Freiheiten verteidigen“, sagte Anatolij Sasoba.

Anatolij bestreitet nicht, dass seine Organisation mehr einen sozio-ökonomischen Aspekt hat und sich nicht von strategischen, sondern von taktischen Zielen nach dem Prinzip „hier und jetzt“ leiten lässt.

„Weil wir eine Gemeinschaft sind, und keine Experten und Forscher. Unser Hauptproblem ist Beschäftigung und Unterkunft für Menschen“, erklärte er und fügte hinzu, „die Zeit wird zeigen, wer welchen Beitrag zur Zurückgewinnung der Krim geleistet hat. Wir glauben daran, was wir tun, und an den Weg, den wir gehen“.

Unter Errungenschaften der Organisation sind konkrete Fälle gelöster Sozialprobleme, die die Aktivisten zusammen mit lokalen Behörden und internationalen Organisationen umsetzen.

 „Krimtatarisches Ressourcenzentrum“

Die menschenrechtliche Expertenorganisation „Krimtatarisches Ressourcenzentrum“ wurde im Jahr 2015 auf der Basis des „Ausschuss für den Schutz der Rechte des krimtatarischen Volkes“, der seine Arbeit auf der besetzten Krim begann, gegründet. Im Jahr 2014 begann diese Organisation alle Fälle von Verletzungen der Menschenrechte zu verfolgen, als die Verfolgungen von Aktivisten auf der Krim begonnen wurden.

Nach Repressionen gegen Menschenrechtsaktivisten selbst mussten einige der Aktivisten die Krim verlassen und ihre Arbeit auf dem Festland der Ukraine einrichten, erzählte der Leiter des „Krimtatarischen Ressourcenzentrums“, das Mitglied des Medschlis des krimtatarischen Volkes, Eskender Barijew.

 „Unsere Organisation hat heute drei Arbeitsbereiche: Menschenrechtsschutzarbeit, Normsetzungsarbeit und die Arbeit, die mit der Förderung der Befreiung der Krim verbunden ist“, sagte er.

Zu den Errungenschaften gehören die Entwicklung einer langfristigen Strategie des „Krimtatarischen Ressourcenzentrums“, sowie die Teilnahme an der Entwicklung der Strategie der öffentlichen Diplomatie des Krimtatarischen Volkes und die Umsetzung dieser Strategie durch die Beteiligung an der Arbeit der internationalen Foren im Rahmen der Maßnahmen der UNO, OSZE, des Europarates und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Gemeinsam mit Partnern, dem Ministerium für Informationspolitik und dem Außenministerium der Ukraine und mit der Unterstützung internationaler Fonds wurde die Akademie der öffentlichen Diplomatie der Krimtataren gegründet. So wird, meint er, in der Welt ständig über die Krim gesprochen.

Weiter Barijew zufolge hat die Organisation auf der besetzten Krim ein Netzwerk von Aktivisten, die Informationen über aktuelle Ereignisse auf der Krim liefern.

„Wir erweitern unser Netzwerk von Aktivisten, pflegen Kontakte mit ihnen und führen für sie Seminare durch, auch in der psychologischen Rehabilitation und Sicherheit, weil das Thema des Schutzes der Aktivisten auf der Krim sehr aktuell ist…“, sagte er.

Sera Aschyrowa, Kiew

yv

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