Dieser Tag in der Geschichte

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Ukrinform
Vor 100 Jahren, am 7. November 1917, kam durch den bewaffneten Umsturz in der Hauptstadt des damaligen Russischen Imperiums Petrograd die bolschewistische Partei unter der Leitung von Wladimir Lenin an die Macht.

Den Aufstand hatte unmittelbar das militärisch-revolutionäre Komitee des Petrograder Rates unter der Leitung von Lew Trotzki geleitet. Nach der Februar-Revolution und der Entsagung von Kaiser Nicholas II sollte über die weitere Staatsordnung die konstituierende Versammlung entscheiden, deren Einberufung die Hauptaufgabe der Übergangsregierung war. Parallel zu den Organen der Übergangsregierung bildete sich in Russland das System der Räte von Soldaten und Arbeitern, und später von Bauer-Deputierten. Jedoch war ihre Tätigkeit nicht legitimiert, obwohl der Einfluss auf die Situation in dem Land, besonders in Petrograd, ziemlich stark war, um die Tätigkeit der Übergangsregierung zu blockieren.

Im Herbst des Jahres 1917 entstand in Russland die Situation, die alle Anzeichen der wirtschaftlichen und politischen Katastrophe hatte. Dies löste eine starke Unzufriedenheit bei der Bevölkerung aus. Die Übergangsregierung hatte an Autorität verloren. Und gerade das nutzten die Bolschewiki aus. Am 6. November hatte das Zentralkomitee der bolschewistischen Partei beschlossen, mit dem bewaffneten Aufstand in Petrograd zu beginnen, und in der Nacht auf den 7. November 1917 hatten die den Bolschewiki untergebenen militärischen Einheiten das Hauptpostamt, die Nicholas- und Warschau-Bahnhöfe, das Zentrale Kraftwerk, die Staatsbank, die Zentrale Telefonstation besetzt. Am Morgen kontrollierten sie fast die ganze Stadt.

Gegen 19:00 Uhr wurde der Übergangsregierung, die im Winterpalast saß, ein Ultimatum gestellt. Nachdem sie sich geweigert hatte, es zu erfüllen, gab das Kriegsschiff „Aurora“ um 21:40 Uhr einen Leerschuss ab, was den Anfang der Erstürmung des Winterpalais bedeutete. In der Nacht hatte der II. Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatenabgeordneten, dessen Sitzung noch am Vorabend begann, die Ergebnisse des Umsturzes festgestellt und den Rat der Volkskommissare unter der Leitung von Lenin gebildet, dem nur die Bolschewiki gehörten.

In der Ukraine löste die Etablierung der Macht der Bolschewiki einen Widerstand aus, sowohl der Anhänger der Übergangsregierung als auch des Zentralrates. Die Situation in Kiew war sehr kompliziert. In den ersten Tagen nach der Oktoberrevolution in Petrograd hatten die wenig einflussreichen bolschewistischen Organisationen in der Ukraine alle ihren Anstrengungen auf den Kampf gegen die Truppen der Übergangsregierung konzentriert. Nach drei Tagen der Kämpfe, 9.-11. November, hatten die Regierungstruppen unter dem Druck der bolschewistischen Kräfte und der einzelnen ukrainischen Einheiten Kiew verlassen. Die Zentrale Rada hatte jedoch den Übergang der Macht in die Hände der Bolschewiki nicht zugelassen und sich nach einiger Zeit durch ihren III. Universal als die höchste Macht in der Ukraine erklärt.

yv

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