Inthronisation: ohne einen griechischen Mönch, aber mit dem Segen von Bartholomäus

Inthronisation: ohne einen griechischen Mönch, aber mit dem Segen von Bartholomäus

Ukrinform Nachrichten
In Kyjiw fand die Inthronisation des Oberhauptes der Orthodoxen Kirche der Ukraine, des Metropoliten von Kyjiw und der gesamten Ukraine, Seiner Seligkeit Epiphanius statt

Wir sind lange hierzu gegangen. Einer 15 Jahre lang, ein anderer 20, jemand lange Jahrzehnte. Und jemand träumte in der Fremde davon und schrieb und schrieb Bücher über die Geschichte der ukrainischen vielleidenden Kirche. Ich habe in einem kirchenhistorischen Buch, das in Kanada verlegt wurde, so eine Widmung gelesen: "Sterbe, ohne die Kircheneinheit endlich bekommen zu haben, aber glaube daran und hoffe, dass jemand von meiner Nachkommen mein Werk liest und mit Dankbarkeit an mich erinnert".

An diesen Tagen erinnerten wir uns mit Dankbarkeit an alle. Aber die Inthronisation ist an und für sich das Glück zur Hälfte mit den Sorgen. Nein, die Ukraine hat nicht erwartet,  dass eine Menge von Oberhäuptern der Kirchen zur Inthronisation kommen.  Wir würden uns freuen. Aber beharrten nicht, die Bosheit Moskaus verstanden zu haben. Es war für uns genug zu wissen, dass keine der Kirchen zur Schisma neigte und ihre Einigkeit mit der Mutterkirche aufbewahrte. Wir erwarteten aufrichtig die griechischen Mönche. Und sie kamen, die Igumen und drei Mönche.

Aber wie es bekannt wurde, ist einer von ihnen Efrem in zwei Stunden nach der Ankunft in eine Privatklinik in Kosyn, Rayon Obuchiw geraten. Er wurde von einem Privatschutz bewacht. Daneben waren die Priester des Moskauer Patriarchats. Wir schließen nicht aus, dass sich der Vater Efrem nicht wohl fühlte und sie haben ihren "Kontakten"  den Vorzug gegeben.

Auf jeden Fall wünschen wir ihm gute Besserung. Und er mag gegebenenfalls überlegen, ob Moskauer Spenden dieser Freiheit, der Freiheit, der Einladung zur Inthronisation  zu folgen oder nicht, wert sind. Wir fühlen uns nicht beleidigt. Eine ganze griechische Delegation (vom Ökumenischen Patriarchen) ist doch zu uns angekommen, um mit uns Freude zu teilen. Und ich habe in der Sophienkathedrale gesehen, wie sich die Griechen freuen können.

Sie standen neben mir, nahmen freudig die Fresken auf und schickten sie sofort über Messenger ihren Angehörigen. Die anderen sendeten. Manche (Oh, mein Gott) ließen sich bei unserem Tomos aufnehmen. Für sie ist das auch eine Rarität. Nicht allen Ländern ist es gelungen, ihn zu erhalten. Obwohl manche Kirchen 140 Jahre warteten, die Patriarchen in Haft gehalten, aber den vollwertigen Tomos wurde nicht gewährt.

Er ist würdig! (das griechische Wort Axios)

Als in der prachtvollen Sophienkathedrale dreimalige Rufe ertönten, die die Thronbesteigung des neuen Oberhauptes der Orthodoxen Kirche der Ukraine (laut der Registrierung im Justizministerium die Ukrainische Orthodoxe Kirche) symbolisierten, kam es mir vor, dass es ein Lichtblitz war, dass die Musik spielte und jedes Mosaiksteinchen (in der Kathedrale gibt es sie tausende) aufblitzte, dass alle lächelten: Heilige, Priester und Fürste an den uralten Fresken der Kathedrale, Fürstenfamilie, als ob sie auf der Empore der Sophienkathedrale (eben hier fand die Thronbesteigung der Fürsten statt und es gab oben (auf der Empore) Plätze für Fürstenfamilien) invisibel dabei wären, dass sich Hetmane und Metropoliten rechts in der zweiten Etage und hinter ihnen aktive Jugendliche aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts platzierten, die an die Autokephalie verzweifelt glaubten, beteten und um ihretwillen ihr Leben opferten.

Man hat ungewollt gedacht, dass sowohl hier anwesender Präsident Poroschenko mit seiner Ehefrau Maryna Poroschenko, als auch die Regierungsmitglieder, der Parlamentschef Andrij Parubij und Politiker ihre Beerbung in Bezug auf sie alle tief empfinden müssen. Sie erfüllten den ukrainischen sogar mehr als hundertjährigen Traum.

Der dreimalige Ruf Axios war der Höhepunkt der Gottesdienstordnung, wenn das Oberhaupt dreimal auf den Thron im Altar gesetzt wird.

Nun sind die Feierlichkeiten, die mit der Erhaltung der Autokephalie der Ukraine verbunden sind, zu Ende gegangen.

Die Inthronisation ist die geistliche, Gebets- und Liturgie-Vollendung des Prozesses, die Bestätigung des neuen Oberhauptes, die Aushändigung des Stabs an ihn. Das ist ein Fest, in der kirchlichen Sprache gesagt die Gebetseinigung, ein liturgischer Punkt des autokephalen Prozesses. Und bezüglich der weltlichen und politischen Analogien ist das eine Art Inauguration. Aber das war später. Der Anfang war so.

Am Morgen war es bei der Sophienkathedrale in Kyjiw nicht menschenreich. Die Vorsteher beschlossen, Pfarrkinder auf den Sophienplatz  nicht kommen zu lassen, durch die TV-Übertragung begrenzt zu haben. Es gibt in der Sophienkathedrale viel Platz, allerdings ist der Raum, wo der Gottesdienst gut zu sehen ist, wirklich nicht groß. Die oberen Emporen waren für die Zuschauer wegen der Sicherheitsgrüne nicht unzugänglich.

Alle Eingeladenen sind Präsident, die Regierung, die Anführer der politischen Kräfte (der Parlamentschef, die Parlamentarier, einschließlich Julia Tymoschenko), die Metropoliten, die Geistlichkeit, die Botschafter, die Mitglieder der Delegationen Konstantinopels. Ich hatte auch Glück, der Inthronisation beizuwohnen. Ich kam auf den Sophienplatz zusammen mit den Botschaftern und Vertretern der Katholischen Kirche. Und das erste, was mir aufgefallen war - der Gottesdienst am Grab des ersten Patriarchen der Ukrainischen orthodoxen Kirche des Kyjiwer Patriarchats (UPZ KP) Wolodymyr Romanjuk, des geistlichen Prominenten der Nation, des Taufpaten von Wjatscheslaw Tschornowol, beim Eingang in die Sophienkathedrale. Einer der Priester der UPZ KP war ein besonderer Pastor. Und sein Tod und die Unmöglichkeit, ihn im Hof der Sophienkathedrale zu beerdigen (das haben die von Moskau inspirierten Kräfte seinerzeit nicht zugelassen) war ein Dauerschaden für die Menschen, die von der Autokephalie träumten. Ich sage mehr, ich kenne bekannte Menschen, die ihre Augen schlossen, wenn sie an seinem Grab in die Sophienkathedrale gingen. 

Warum machen Sie so? - habe ich einen von ihnen gefragt.

"Wenn ich an einem Grab vorbeigehe, bekomme ich Schuldgefühl ihm gegenüber und befürchte, dass dieses Grab zum Symbol unserer Autokephalie wird", sagte mir einer von ihnen (mich auf lange Zeit auch erschrocken zu haben).

Und an diesem Tag , eine halbe Stunde vor der Inthronisation habe ich an diesem Grab das neue Oberhaupt, Seine Seligkeit Epiphanius und die Geistlichkeit gesehen. Sie beschließen, ihren Gebetstag mit einer kurzen Totenmesse am Grab eines der Väter der Autokephalie zu beginnen. Das war wahrhaft ein Tag von Kontrasten. Ich näherte mich und sah auf dem Grab rote Rosen.  Man sollte glauben, dass man sich dem Schmerz hingeben muss. Aber mit ihnen gebetet zu haben, trat ich in den Hof der Sophienkathedrale und hatte glückliches Vorgefühl.

Ich sehe den Metropoliten der Ukrainischen Orthodoxen Kirche Kanadas (des Ökumenischen Patriarchats) Jurij in schönem gesticktem Aufzug. Als ein großer Freund der Ukrainischen Kirche trug er seit vielen Jahren den geringsten Prozessen ihrer Vereinigung bei, spendete Geld für die Literatur und die Ausgabe von gottesdienstlichen ukrainischsprachigen Büchern und kam zur Inthronisation an.

Ich sehe den Metropoliten der Ukrainischen Orthodoxen Kirche Kanadas (des Ökumenischen Patriarchats) Jurij in schönem gesticktem Aufzug. Als ein großer Freund der Ukrainischen Kirche trug er seit vielen Jahren den geringsten Prozessen ihrer Vereinigung bei, spendete Geld für die Literatur und die Ausgabe von gottesdienstlichen ukrainischsprachigen Büchern und kam zur Inthronisation an.

Ich freue mich, dass Sie, Eure Eminenz, mit uns sind, ungeachtet der schwierigen Reise, sage ich ihm.

"Ich habe um den heutigen Tag 28 Jahre lang gebetet. Ich habe geträumt, dass die Priester der Diaspora zusammen mit dem neuen Oberhaupt der anerkannten Kirche hier zelebrieren werden. Wie konnte ich nicht kommen?", lächelte er. 

Ich trete Viktor Elenskyj, den Parlamentsabgeordneten der Ukraine, den Chefredakteur eines der ersten religiösen Magazine hin. Er ist der Anhänger der Autokephalie. Wir gratulieren einander.

Es gibt nicht viele Gäste aus den Landeskirchen. Aber wir haben es doch nicht eilig. Sie werden uns noch lieben lernen, nicht wahr, frage ich ihn.

"Das stimmt. Der Prozess kommt weiter. Seine Seligkeit Epiphanius wird mit verschiedenen Metropoliten aus verschiedenen Landeskirchen in verschiedenen Orten zelebrieren. Und das wird die Anerkennung ihrerseits sein",  überlegt Viktor Elenskyj.

Endlich beginnt der Gottesdienst. Das war eine gewöhnliche Liturgie. Eine vielmalige Bitte um das von Gott geschützte Land, dass unsere Soldaten todbringende Verletzungen nicht erleiden, dass es eine gute Ernte und keine Not und Jammer geben werde. Man hat die Epistel und das Evangelium verlesen. Aber das war kein gewöhnlicher Gottesdienst. Das uralte ukrainische und griechische Sang ertönte. Alle anwesenden fühlten sich in die Himmel aufzufahren. Dieser Gottesdienst vereinte die Inthronisation, darunter die feierliche Besteigung des Throns, das Priestergewand und nach der Verlesung des Gebets die Überreichung des Stabs.

Die Inthronisation unterscheidet sich ein wenig in Griechenland und Russland. Sie beinhält aber die oben genannten gemeinsamen Elemente: der dreimalige Axios-Ruf , die Überreichung von Zeichen der Metropolitenwürde.

In der Ukraine fanden in der jüngsten Zeit drei Inthronisationen statt: des Patriarchen Filaret, des Metropoliten Onufrij, Seine Seligkeit Swjatoslaw Schewtschuk (des Oberhauptes der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche). Bezüglich der ersten blieben tatsächlich keine Zeugnisse erhalten.

Nach der zweiten (die Inthronisation von Onufrij) blieb eine Empfindung der Besorgnis und die Vorahnung einer künftigen Krise der UPZ MP. Im Gedächtnis haftete: Der Gallische Metropolit des Ökumenischen Patriarchats Emmanuil konnte im Jahr 2014 den Gottesdienst nicht mitfeiern, genauer gesagt, ihm wurde einen Platz nach dem Erzpriester des Moskauer Patriarchats, des Metropoliten Ilarion (Alfejew) und des Metropoliten des UPZ Agafangel (Sawwin) angewiesen, was für den Vertreter des Ökumenischen Patriarchats unmöglich machte, den Gottesdienst  mitzufeiern. Der Metropolit Emmanuil ist nicht der dritte nach dem “kanonischen Spion” des MP Alfejew und der Lichtgestalt der Kremllobby Agafangel geworden. Entsprechend den allgemeinen orthodoxen kanonischen Traditionen, gehört der erste Platz unter der Hierarchie der orthodoxen Kirchen dem Konstantinopels Thron, was auch den Vorrang beim Mitfeiern mit Vertretern anderer Landeskirchen vermutet. Daraufhin nahm  der Leiter der Delegation des Ökumenischen Patriarchats das Gewand ab und feierte nicht mit.

Inzwischen sind vier Jahre vergangen. Der Metropolit Immanuel ist einer der Kuratoren der Gründung der einheitlichen Landeskirche in der Ukraine seitens des Ökumenischen Patriarchas geworden. Er wurde mit dieser Aufgabe ausgezeichnet fertig. Jede seiner Predigten und Auftritte war wunderschön und inhaltlich tief. Und das zeugte davon, dass der  Ökumenische Thron die Situation in der Ukraine sehr aufmerksam verfolgt.

Seine Rede bei der Inthronisation war auch inhaltlich tief. Die griechischen religiösen Botschaften hören zu dürfen, ist eine besondere Offenbarung:

"Ich erklügle nicht mehr in dieser heiligen Belehrung, zu den heiligen Dogmen kein Jota, keinen Strich zugefügt oder abgenommen zu haben. Aber halte am ganzen orthodoxen Glauben an die Unveränderlichkeit fest. Der in Christus geküsste Bruder Jepiphanius, Sie werden als das erste Oberhaupt der orthodoxen Kirche in der Ukraine inthronisiert.  Heute freuen sich die Seelen der Väter, die ihr Leben für Verkündigen des Glaubens und die Verwirklichung der inneren administrativen Unabhängigkeit geopfert hatten. Heute wird die Einheit des Volkes die Realität und der Segen der Wohltat der Väter des heiligen Glaubens und der Mutter-Kirche. Aber damit die dogmatische Wahrheit Früchte tragen wird, ist es nicht genug, ein Gesetz zu befolgen. Die Kirche und ihre Taten führen uns zur Wahrheit, zum ewigen Leben".

Weiter gab es einige Worte darüber, was altertümliche Kirchen sei und was neue autokephale Kirchen im Schoß der Mutter-Kirche bekommen haben, die strebte, die Völker nicht zu unterdrücken, sondern erlaubte, seine geistlichen Fragen bei seiner Eigenständigkeit zu lösen. Seine Eminenz Emmanuel machte deutlich, dass die Mutter-Kirche ein Privileg habe, eine Berufungsinstanz zu sein.  Eben von dieser Märtyrerkirche hat man Taufe und eine nochmalige Taufe in Form  der Lösung von scharfen kirchlichen Problemen erhalten. Die Beziehungen der Mutter- und der Tochter- Kirche der Ukraine werden zu einer starken Erfahrung des richtig gewählten kirchlichen Weges. Umso mehr, dass sowohl die Geistlichkeit, als auch Laienbrüder fähig sind, die Kirche zu verwalten. Nach diesen Worten überreichte Emmanuil dem Oberhaupt den Stab.

Der Lwiwer Metropolit Dymytrij Rudjuk verlas Seiner Seligkeit  Jepiphanius die Gratulationsworte. "In der heiligen Sophienkathedrale wurden mehrere Metropoliten inthronisiert, die dem ökumenischen Thron den Gehorsam brachten. Aber Ihre Inthronisation ist die eigenartige. Das ist eine Inthronisation des anerkannten Oberhauptes der  Ukrainischen autokephalen Kirche. Und Millionen orthodoxe Ukrainer wollen Sie als einen Priester mit dem Glauben für Selbstaufopferung sehen, damit nichts Irdische Sie leitet, damit Ihre Augen und Ohren als eines Primas den Offenbarungen Gottes geöffnet wären, damit Sie sowohl Priester als auch das ukrainisch Volk anleiten und ein guter Priester sind, damit die Liebe in Ihnen nicht erlöscht". Der Metropolit Dymytrij übergab dem Oberhaupt einen purpurnen Mantel übergeben. Nur er darf diesen tragen.

Anschließend nahm Präsident Poroschenko das Wort. Ein paar Schlussworte, der Glückwunsch Seiner Seligkeit Epiphanius zum Geburtstag (die Inthronisation fand gerade am Geburtstag des neuen Oberhauptes statt), die Dankbarkeit an alle: sowohl an ehemalige, als auch jetzige Väter der Autokephalie, an die Kollegen im Parlament und den Behörden, die am Prozess teilnahmen.

Die ukrainischen Politiker gratulierten dem neuen Oberhaupt. Danach erwiesen alle den Ikonen Verehrung, sahen Tomos (wie schön ist er doch) an.

Und die ganze Sophienkathedrale sang Auf viele Jahre. Und das war eine Gratulation nicht nur an die Adresse des neuen Metropoliten. Auf viele und frohe Jahre wünschte man der Ukrainischen Kirche. Der uralten und der neuen.

Lana Samochwalowa, Kyjiw

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