Ola Melzig, technischer Direktor bei Eurovision Song Contest 2017
Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass alles rechtzeitig fertig wird
04.04.2017 09:16 442
Heute wird immer mehr über Organisationsproblemen und den Konflikt mit Russland gesprochen, was negativ auf das Image unseres Landes im Prozess der Vorbereitung auf das wichtigste Liedwettbewerb 2017 – den Eurovision Song Contest in Kiew auswirkt. Wir haben die Event-Location, das International Exhibition Centre, besucht und die Vorbereitung und Stimmung geprüft. Höhenmesser, Drähte, Einrichtungen für Lichttechnik, Dekorationen, Pyrotechnik usw. Ein Hebekran ist unter dem Dach, ein Lader bewegt sich. Dort weiter ist ein Förderband. Hier werden es Bühne, Sitze, Bereiche für Delegationen geben. Anfang Mai kann man hier die aufregende Atmosphäre des Festes, des ESC-Festes spüren… Gerade im International Exhibition Centre finden neun Shows statt - sechs Generalsproben, zwei Halbfinale und das Finale am 13. Mai.

ie wenigen Journalisten, die eine exklusive Möglichkeit haben, zwei Pavillons des International Exhibition Centre zu besuchen, sollen Bauhelme tragen. Wir sind über Schutzmaßnahmen im Arbeitsbereich, der bewacht wird, instruiert worden. Ab 8. April wird das ganze International Exhibition Centre bewacht.

Wir sind Gäste im Centre. Der wichtigste Mann für uns heute ist technischer Direktor beim Eurovision Song Contest 2017 Ola Melzig.

„Herzlich Willkommen zum International Exhibition Centre“, lädt er uns vor dem Pressebriefing ein.

Das ist der vierte ESC in der Ukraine für mich

Wir kümmern uns derzeit um alles, was für die Produktion, für den Event 2017 nötig ist. Wir sind in guter Form. Alles läuft fast nach dem Plan. Man muss aber sich bewusst sein, wie es bei solchen großen Produktionen üblich ist, dass man flexibel sein und sich anpassen muss.

Wieviel Menschen sind derzeit hier tätig? Wieviel Menschen werden insgesamt arbeiten? Wer sind sie?

Derzeit sind etwa 200 bis 250 Menschen tätig. Das Motto des ESC "Celebrate Diversity" ist gerade das, was wir als unser Team demonstrieren. Das ist ein internationales Team, das sich aus Ukrainern, Schweden, Deutschen, Holländern, Finnen, Neuseeländern, Amerikaner usw. zusammensetzt. Unser Team ist groß und bunt, und wird mit jedem weiteren Tag größer. Der erste Teil des Bühnenteams ist schon aus Belgien gekommen.

Unser Ziel derzeit ist die Bereitschaft zu technischen Checks am 16. und 17. April. Diese Checks brauchen wir, um zu verstehen, ob alles richtig funktioniert.

Am 20. April beginnen die Proben mit Doublen. Das bedeutet, dass wir nach lokalen Talenten suchen, die die Teilnehmer imitieren werden. Die Proben mit Licht, Kameras, Sound werden vier Tage dauern.

Danach werden wir die Proben der Eröffnung, von Interval Acts und Shows durchführen. Am 30. April kommen endlich unsere Delegationen mit den Teilnehmern, die dann mit ihren Proben beginnen können.  

Uns stehen viele lange und schwierige Tage bevor. Das ist aber sehr cool und sehr lustig.

Waren Sie schon in der Ukraine?

Das ist der vierte Eurovision Song Contest für mich in der Ukraine. Der erste war 2005. Dann waren die Junior Eurovision Song Contests 2009 und 2013. Ich habe hier viele Freunde, die ganz gut wissen, wie der ESC funktionieren soll. Für mich ist das sehr wichtig. Das ist eine Teamarbeit für beide Seiten, für lokale und ausländische Kräfte.

Wie lange sind Sie diesmal in Kiew?

Etwa seit dem Januar pendelte ich hin und her, und kontrollierte den Prozess. Seit zehn Tagen bin ich hier ständig.

Alles wird rechtzeitig und zu 100 Prozent fertig

Sind Sie dem Tempo der Arbeiten zufrieden? Sind Sie sicher, dass alles rechtzeitig fertig wird?

Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass alles rechtzeitig fertig wird. Ich bin mit dem derzeitigen Tempo zufrieden. Klar, dass es Dinge gibt, die man schneller machen kann. Generell, verstehen wir alle ganz gut, wie schwer ist es, ein Event von diesem Format zu organisieren. Aber unser Tempo ist gut.

Können sie ein Datum nennen, wann alles für den ESC fertig wird?

Ja. Das ist der 20. Mai (lacht).

Wo kommt Ausstattung, Bühne, usw. her?

Was die Ausstattung betrifft, ist das eine Mischung aus der Ukraine und dem Ausland. Da jeder von unseren Lieferanten einen Partner in der Ukraine hat, arbeiten sie zusammen und bringen das Nötige aus dem Ausland und nutzen das, was in der Ukraine zu finden ist.

Der Eurovision Song Contest ist die Veranstaltung von solchem Niveau, die nur das Beste braucht und kein Land kann das Beste liefern – weder Schweden noch Britannien, Deutschland und die Ukraine. Das ist die Mischung aus dem Besten, hinsichtlich des Personals und der Ausstattung, aus mehreren Ländern.  

Entspricht International Exhibition Centre den ESC-Anforderungen?

Die Location ist sehr cool. Hier kann man alles, was nötigt ist, zu unterbringen, weil der ESC nicht nur eine Show ist.  Am ESC beteiligen sich Tausende Menschen, Zuschauer, Teilnehmer, Delegationsmitglieder, Journalisten.

Dort weiter wird eine Anlage zum Anbringen der Licht- und Tontechnik hängen. Wir planen dort, Ausrüstung bis zu 200 Tonnen anzubringen, das ist mehr als im Vorjahr in Stockholm.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Schauplatz. Das ist einer der besten Schauplätze, wo ich gearbeitet habe. Hier gibt es einen riesigen Raum, von außen und von innen. Außerdem verfügt das Dach des Centre über eine breite Paletten von Möglichkeiten zum Anbringen der Ausrüstung.

Sonderwünsche von Teilnehmern – von Luftballons bis pink Klavier

Haben alle ESC-Teilnehmer ihre Rider geschickt?

Alle Delegationen haben schon spezielle Dokumente geschickt, die wir ausgearbeitet haben, um Anforderungen von unseren Delegationen zu erhalten, in denen sie beschreiben, was sie sich wünschen, welches Ambiente, ob sie ihren eigenen Video Content haben oder wir ihnen diesen Content zur Verfügung stellen sollen. Tatsächlich gibt es interessante Anfragen auf Requisit – von Luftballons bis pink Klavier.

Bühnenshow aus welchem Land ist besonders kompliziert?

Alle Shows sind mehr oder weniger adäquat. Die Delegationen haben nichts von denen, was einige in Stockholm forderten, verlangt. Deswegen sind wir alle froh, dass so etwas nicht gibt.   

Wollen die Veranstalter Wert auf ukrainische Kultur legen? Und wie?

Ja. Wir sehen schon ukrainische Ornamente auf dem Logo. Und ich weiß, dass unsere Show-Produzenten daran arbeiten, um bei allen Veranstaltungen des ESC die Geschichte der Ukraine und ihre Schönheit zu zeigen.

Ich bin in der Ukraine zum vierten Mal. Hätte ich keine Lust auf die Zusammenarbeit mit Ukrainern, wäre ich nach 2005 nicht zurückgekehrt. Die Ukrainer sind sehr gute, fröhliche, freundliche, großzügige und großartige Menschen. Ich bin sehr froh, dass ich zurückgekehrt bin.

Gibt es Pläne, solche Stars wie Justin Timberlake oder Lady Gaga zum ESC einzuladen?

Brauchen Sie noch irgendwelche Stadt, wenn ich schon da bin? (lacht).

Walentyna Paschtschenko, Ukrinform

Foto: Olena Chudjakowa

Foto: Olena Chudjakowa

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